Gesellenfreisprechung zum Annaberger Klosterfest

Historische Gesellenfreisprechung zum Klosterfest. Foto: Chris Bergau

Historische Gesellenfreisprechung zum Klosterfest. Foto: Chris Bergau

Annaberg-Buchholz (ERZ). Das Annaberger Klosterfest ist eine Referenz an die städtische und sächsische Geschichte. Es wird im Gedenken an das Annaberger Kloster veranstaltet, das von 1511 bis 1539 von Franziskanermönchen betrieben wurde. Mehrfach diente es dem Landesvater und Stadtgründer von Annaberg, Herzog Georg dem Bärtigen, als Quartier. Zeitweise regierte er von Annaberg aus das albertinische Sachsen. Von ihm ist der Satz überliefert: „Leipzig die Beste, Chemnitz die Feste, Freiberg die Größte, Annaberg die Liebste“. Noch heute sind vom Annaberger Kloster bedeutende Kunstwerke erhalten, wie z.B. die „Schöne Tür“ in der Annenkirche sowie der Hans-Hesse und der Wolfgangsaltar in der Buchholzer Katharinenkirche.

In diesem Jahr lud das traditionelle Klosterfest vom 21. bis 23. August in den Klostergarten, den Klosterhof, den Klosterkeller, die Klosterkirche und die Klosterterrasse ein. Darüber hinaus war die Klosterstraße ins Festgeschehen integriert. Im historischen Ambiente gab es jede Menge Kurzweil, stimmungsvolle Glanzlichter und wunderbare Präsentationen. Gaukler, Spielleute und traditionsreiche Handwerke schufen ein Flair wie zu Zeiten der Stadtgründung. Besucher hatten so die Gelegenheit, sich auf eine Reise ins 16. Jahrhundert zu begeben.

Das Wochenende stand ganz im Zeichen des historischen Handwerks. Zahlreiche liebevoll gestaltete Stände gaben Einblicke in traditionelle Techniken und Produktionsweisen. Töpfer und Lederer, Schmiede, Drucker und Papiermacher waren ebenso in Aktion zu erleben wie Schneider und Gewandmeister. Außerdem konnten die Besucher Kerzenziehern, Böttchern und Laternenmachern über die Schulter schauen.

Am Sonntag fand die historische Gesellenfreisprechung statt. Von der Kreishandwerkerschaft Erzgebirge wurden etwa 50 Gesellen der Gewerke Bäcker, Fleischer, Friseure, Maler und Kälteanlagenbauer freigesprochen. Bundestagsabgeordneter Günter Baumann richtete ein Grußwort an die Gesellen. Er betonte die Bedeutung des Handwerkes für die Gesellschaft und machte deutlich, welch hohen Stellenwert das Handwerk im Erzgebirge hat. „Schon immer war das Handwerk ein bedeutender Wirtschaftszweig im Erzgebirge. Hier finden die meisten Menschen Arbeit. Wir brauchen auch in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte, die den Ansprüchen der Zeit gewachsen sind. ‚Handwerk hat Goldenen Boden‘, heißt es in einem alten Sprichwort. Das ist heute aktueller denn je. Es soll nicht verheimlicht werden, dass auch das Handwerk teilweise von der momentanen Wirtschafts- und Finanzkrise betroffen ist. Das Handwerk hat diese Krise nicht verursacht, das muss an dieser Stelle ganz deutlich gesagt werden. Ich bin mir aber sicher, dass mit unseren Fachkräften diese Krise überwunden werden kann“, so Baumann. Die Freisprechungsfestrede hielt der Landtagsabgeordnete Steffen Flath.

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